Unser Programmangebot 2018

Do, 18.01.18
19.30 Uhr
Faszination Hypnose

Referentin: Doris Rauskolb
Vortrag im Stauferklinikum

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Do, 22.02.18
19.30 Uhr
Knospenmedizin

Referent: Dipl. Biologe Peter Emmrich
Vortrag im Stauferklinikum

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Mi, 21.03.18
19.30 Uhr
Zehenanalyse - Die Sprache der Zehen

Referentin: Maria Süß
Vortrag im Stauferklinikum

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Do, 19.04.18
19.30 Uhr
Tiere und Pflanzen - Phytotherapie für Tiere

Referentin: Dr. Alexandra Nadig
Vortrag im Stauferklinikum

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Do, 17.05.18
19.30 Uhr
Allergien - warum läuft das Immunsystem Amok

Referentin: Kerstin Becker
Vortrag im Stauferklinikum

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Do, 14.06.18
19.30 Uhr
Blutegel in der Schmerztherapie

Referent: Florin Abele
Vortrag im Stauferklinikum

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Sa, 30.06.18
Ausflug zur Ölmanufaktur Bender in Bruchsal
und zum Weltkulturerbe Kloster Maulbronn

Anmeldung erforderlich!

Weitere Infos >hier< [210 KB]
Do, 20.09.18
19.30 Uhr
"Der kleine Mensch im Fuß" - Möglichkeiten und Grenzen der Reflexzonentherapie am Fuß

Referentin: Elisabeth Pfau
Vortrag im Stauferklinikum

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So. 07.10.2018
13 - 17 Uhr
Tag der Naturheilkunde

Ort: AnimaPlanta
Lorch, Klotzenhof 3

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Do, 18.10.18
19.30 Uhr
Hauptversammlung
danach
"Ein kleines Klangerlebnis schließt den Tag dann ab."

Referentin: Susanne Trunk
Konferenzsaal im Stauferklinikum
Do, 22.11.18
19.30 Uhr
ZEN - Erwachen zum Leben
mit anschließender Einführung in Zazen

Referent: Zen-Mönch Peter Horiki Hollerith
Vortrag im Stauferklinikum
   


Sie sind herzlich eingeladen!


Kommen Sie zu unseren Treffen, Vorträgen, Führungen, Besichtigungen… und/oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Alle Veranstaltungen sind als Angebot zu verstehen, je nach Interessenlage und persönlichen Vorlieben.

Wir treffen uns nach Bedarf und projektbezogen mehrmals im Jahr. Die Termine werden öffentlich bekannt gegeben. Treffpunkt ist das Stauferklinikum in Mutlangen. Einen Ortsplan von Mutlangen finden Sie >hier

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind, ob bei einzelnen Projekten oder langfristig.



Der Konferenzsaal ist direkt über den Seiteneingang erreichbar!



So finden Sie zu unseren Vorträgen:

Konferenzsaal im STAUFERKLINIKUM Wetzgauer Straße, 73557 Mutlangen (große Ansicht durch Klick aufs Bild!)



Unser aktuelles Jahresprogramm 2018 als PDF finden Sie >hier [3.032 KB]



Einladung zum Vortrag am 22.11.2018, 19:30 Uhr

Referent: Peter Hôriki Hollerith
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Einladung zum Vortrag mit Einführung

Zen - Erwachen zum Leben

Die seit mehr als 2500 Jahren überlieferte Praxis der Meditation im Sitzen (jap. Zazen) berührt direkt das Herz des Zen-Buddhismus: konzentriert auf Haltung und Atmung einfach nur zu sitzen, völlig wach und gegenwärtig, ohne Ziel, ohne Erwartung. Im Geist erscheinende Gedanken, Bilder und Gefühle werden weder abgelehnt noch verfolgt. Kopflastigkeit und Egozentrik verlieren ihr Gewicht. Körper und Geist finden so zu ihrem natürlichen Gleichgewicht zurück.

Peter Hollerith, Jahrgang 1961, Umweltschutz-Ingenieur und Jazzmusiker, kommt durch eine lange Suche nach dem "Sinn des Lebens" zum Buddhismus. Die erste eigene Erfahrung der Zen-Meditation war für ihn ein Ankommen: er entschließt sich den buddhistischen Zen-Weg zu gehen und durchläuft in Zen-Klöstern in Europa und Japan die traditionelle Ausbildung zum Zen-Priester. Unter dem Name Hôriki wird er als Zen-Mönch ordiniert. Seit 1999 lebt und praktiziert er im Zen-Tempel Ryumonji im Elsass, wo er heute einer der hauptverantwortlichen Mönche ist. Er ist autorisierter Zen-Lehrer der japanischen Soto-Zen Schule.

Am Vortragsabend führt Peter Hôriki Hollerith mit seinem Vortrag und einfachen praktischen Übungen in die zen-buddhistische Meditationspraxis ein. Im Anschluss können sich Interessierte unter seiner Anleitung Schritt für Schritt mit der Zen-Meditation in einer praktischen Einführung vertraut machen.

Der Vortrag findet am 22.11.2018 um 19.30 Uhr im Konferenzsaal des Stauferklinikums statt. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.



Bericht zum Tag der Naturheilkunde am 07.10.18

Leben mit den Rhythmen der Natur

Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde zu Gast im Heilpflanzenzentrum AnimaPlanta.

Alles passte am Tag der Naturheilkunde: der idyllische Veranstaltungsort auf dem Klotzenhof bei Lorch, das sonnige Wetter, die reifen Äpfel an den Bäumen, das Sitzen am Lagerfeuer und der herrliche Ausblick auf die Albberge. So konnten die Teilnehmer in den "Jahreskreislauf der Heilpflanzen im Rhythmus der Natur" eintauchen und den Ausführungen von Dr. Alexandra Nadig und Michael Nadig entspannt folgen.



Zunächst gab es einen stimmungsvollen Gang durch die Jahreszeiten. Anhand von Bildern wurde deutlich, dass uns Pflanzen das ganze Jahr bewegen und begleiten. Wer kann im Herbst schon Kastanien widerstehen - wir bücken uns gerne um sie zu sammeln und sei es nur als Handschmeichler. Bald liegt wieder ein Adventskranz auf dem Tisch, dann folgt der Weihnachtsbaum, an Sylvester der Glücksklee, im Februar freuen wir uns wenn die Tage wieder länger werden und uns erste Frühlingsboten bringen.

Jahreskreisfeste

In früheren Zeiten, ohne elektrisches Licht und Waren aus dem Supermarkt, hatten die Jahreszeiten einen viel größeren Einfluss auf das (Über-)Leben der Menschen und wurden entsprechend mit Festen gewürdigt. Jahreskreisfeste orientieren sich am Stand der Sonne. Besonders die uralten Rhythmen der Sommer- und Wintersonnwende und der Tag- und Nachtgleiche gaben Anlass für schamanische Rituale und Feiern. Immer gehören die entsprechenden Wildpflanzen dazu. Was wäre das nächste große Fest (Weihnachten bzw. die Wintersonnwende) ohne Gänsebraten mit Beifuß, ohne Misteln, Tannengrün und Stechpalmenzweige. Die typischen weihnachtlichen Gewürze geben den Plätzchen ihren Geschmack und wirken dabei auch noch stimmungsaufhellend und desinfizierend. Auch Nüsse dürfen auf keinem Weihnachtsteller fehlen.

Anhand von weiteren Beispielen zeigte das Ehepaar Nadig auf, das die Natur uns im Jahreslauf immer genau die Pflanzen und die Wirkstoffe bietet, die gerade gebraucht werden. So erscheinen im Frühjahr als erstes Pflanzen mit vielen Senfölglykosiden, den sogenannten pflanzlichen Antibiotika. Die ersten Frühlingsblättchen sind meist voller Vitamine, die uns nach der langen, vielleicht entbehrungsreichen Winterzeit gut tun.

Bei einem anschließenden Rundgang durch den großen Garten des Heilpflanzenzentrums wurden viele weitere Pflanzen gefunden, die unserer Gesundheit dienen. Und zum Schluss saßen alle am Lagerfeuer und rührten im großen Topf um leckere Herbstfrüchtemarmelade zu kochen oder einfach die Umgebung auf sich wirken zu lassen und gute Gespräche zu führen. Zufrieden, entspannt und bestens gelaunt gingen die Teilnehmer mit einem Gläschen naturgemachter Marmelade wieder nach Hause. Ein toller Tag der Naturheilkunde!



Bericht zum Vortrag am 20.09.2018, 19:30 Uhr

Referentin: Elisabeth Pfau
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Mögen Sie Ihre Füße?

Nach einer kurzen Sommerpause startete das Veranstaltungsprogramm des Mutlanger Freundeskreises Naturheilkunde mit einem Vortrag über die "Reflexzonenarbeit an den Füßen". Die Referentin Elisabeth Pfau arbeitet in ihrer Naturheilpraxis in Bartholomä sehr gerne mit dieser Methode. Betrachtet man die Konturen eines sitzenden Menschen von der Seite und vergleicht diese mit einem Fuß, braucht man nur wenig Phantasie um hier Ähnlichkeiten zu erkennen. Die menschliche Kopfzone spiegelt sich in den Zehen wieder, die Schulter liegt entsprechend auf der Grundgelenksebene der Zehen. Der menschliche Rücken findet sich auf der Fußsohle wieder, entsprechen liegen die Bauchorgane auf dem Fußrücken. Die Innenseite unserer Füße ist ähnlich geschwungen wie unsere Wirbelsäule.

Durch die Einteilung in vertikale und horizontale Zonen findet jedes Organ, jedes Gelenk seinen Platz auf den Füßen. Beide Füße zusammen bilden den ganzen Menschen ab. Die Therapeutin arbeitet also nur an den Füßen und behandelt doch den ganzen Menschen.

"Ich habe noch nie Kopfschmerzen behandelt, aber schon viele Menschen mit Kopfweh." Diese Aussage von Hanne Marquardt, der großen Lehrerin und Mitbegründerin der Fußreflexzonentherapie, macht deutlich, dass immer der ganze Mensch im Vordergrund steht, und nicht das Symptom. Mal liegt die Ursache für Kopfschmerzen an einem verspannten Nacken, an Stress und psychischer Belastung, mal am hohen Blutdruck und ein anderes Mal an einer auffälligen Leber- oder Darmzone.

Die Behandlung beginnt mit einem Erstbefund an beiden Füßen. Dabei erspürt der Therapeut welche Zonen auffällig sind. Die Reaktionen des Patienten können ganz unterschiedlich sein. So schmerzt ein Punkt vielleicht stark oder er fängt an zu schwitzen oder sein Mund wird ganz trocken. Es können auch mal Tränen fließen, aber nicht weil die Behandlung schmerzhaft wäre, sondern weil sie auch im psychischen Bereich greift.

Die Fußreflexzonentherapie versteht sich als Ordnungs- und Regulationstherapie. Die Selbstheilungskräfte sollen angeregt werden. Die gesetzten Impulse sind eine Hilfestellung für den Körper etwas in Ordnung zu bringen. Doch "gehen muss jeder selbst" - soll heißen: auch der Patient muss sich bewegen und vielleicht etwas an seinen Lebensumständen ändern! Sei es sich gesund zu ernähren oder sich mehr zu bewegen oder auf seine psychische Gesundheit zu achten.

Harald Welzel bedankte sich im Namen des Vereins, vor allem aber im Namen der Zuhörer, für den tollen informativen Vortrag. Man spürte während des gesamten Vortrags, dass die Arbeit an den Füßen zu Pfaus Lieblingstherapien zählt und sie ihr Handwerk wohl sehr gut versteht.



Bericht zum Vortrag am 14.06.2018, 19:30 Uhr

Referent: Florin Abele
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Mit Geduld und Spucke
Die Blutegelbehandlung in der Naturheilpraxis

"Bewegung ist die Grundlage unseres Wohlbefindens." So begann Florin Abele seinen Vortrag beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde. Doch leider ist mit zunehmendem Alter auch der Verschleiß von Gelenken vorprogrammiert und Bewegung verursacht dann Schmerzen. Während der Schulmediziner hier gerne Schmerzmittel verschreibt, empfiehlt Abele es doch einmal mit einer Blutegeltherapie zu versuchen. Abele betreibt seit 2015 eine Naturheilpraxis in Lindach. Nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger und etlichen Jahren Berufserfahrung hat er die Ausbildung zum Heilpraktiker abgeschlossen und danach bei seinem Vater Dr. Kaspar Abele mitgearbeitet.

Die Behandlung mit Blutegeln ist eine der ältesten ärztlichen Therapieformen. Mitte des 19. Jahrhunderts nahm sie sogar exzessive Ausmaße an. Zum einen drohten die Blutegel auszusterben, zum anderen überforderte die Behandlung mit bis zu 80 Blutegeln so manchen Kranken. Todesfälle blieben leider nicht aus, schließlich ist jeder Biss ein kleiner Aderlass. Als um 1900 das Hygienedenken den Alltag in Krankenhäusern bestimmte, verlor die Behandlung mit Blutegeln vollends an Bedeutung. Bei vielen naturheilkundlich ausgerichteten Therapeuten hat dieses Heilverfahren wieder einen festen Platz gefunden. Heute werden ausschließlich Egel aus geprüften Zuchtanlagen eingesetzt.

Blutegel gehören zu den Ringelwürmern. Sie haben an beiden Enden Saugnäpfe. Im Kopf befindet sich die Mundöffnung mit der sie tastend nach einer geeigneten Bissstelle suchen. Nach dem Biss mit 80 winzigen Zähnchen nimmt der Egel seine Blutmahlzeit auf. Sein keimfreier Speichel enthält einen Cocktail an Inhaltsstoffen. Bekannt ist vor allem das gerinnungshemmende Hirudin. Andere Stoffe wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd, entlastend, entgiftend und ausleitend. Die Durchblutung wird angeregt.

Die Therapie bietet sich, oft in Kombination mit anderen Behandlungsformen, bei folgenden Indikationen an:

- Gelenkerkrankungen, (Arthrose, Schulter- und Nackenbeschwerden...)
- Krankheiten der Weichteile, Sehnen und Muskeln, Rheuma
- Durchblutungsstörungen, Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße, (Besenreiser, Krampfadern, Lymphstau)
- Krankheiten des Nervensystems, der Ohren (Tinituss)und Augen
- Erkrankungen der Atemwege (chronische Sinusitis, Bronchitis)
- Hauterkrankungen

Der Biss ist nicht schmerzhafter als ein Mückenstich. Sobald der Egel genug Blut gesaugt hat, fällt er von alleine vom Körper ab. Das kann bis zu zwei Stunden dauern. Man sollte also viel Zeit und Geduld zur Behandlung mitbringen. Dafür ist die Therapie praktisch nebenwirkungsfrei. Trotzdem gibt es Einschränkungen für eine Egeltherapie. Menschen, die blutverdünnende Mittel einnehmen, starke Allergiker oder Schwangere müssen davon Abstand nehmen. Übrigens: Egel, die einmal gebissen und gesaugt haben, kommen kein zweites Mal zum Einsatz. Sie verbringen ihr restliches Leben im "Rentnerteich".



Bericht zum Vortrag am 17.05.2018, 19:30 Uhr

Referentin: Kerstin Becker
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Du bist was du isst

Erstaunlich viele jüngere Menschen fanden den Weg ins Stauferklinikums zum Vortrag der Heilpraktikerin Kerstin Becker beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde. Sie stellte das Thema Allergien aus alternativmedizinischer Sicht vor. Vielleicht erwarteten sie als Betroffene Antworten oder Ratschläge im Umgang mit "ihrer" Allergie.

Zunächst einmal machte Becker klar, dass Allergien vor keinem Alter halt machen und dass man auf praktisch alle Stoffe allergisch reagieren kann. Es sind ganz gewöhnliche Substanzen, auf die das Immunsystem von Allergikern überreagiert und die für einen Nichtallergiker völlig harmlos und ungefährlich sind.

Ein Problem, das viele Allergiker kennen, sind Kreuzallergien. So kann es bei einem Gräserallergiker auch beim Verzehr von Tomaten und Erdnüssen zu Beschwerden kommen. Und wer auf Birken-, Erlen- oder Haselpollen allergisch reagiert, muss häufig auch auf Äpfel, Nüsse und Karotten verzichten.

Bei einer Allergie kann jedes Organ betroffen sein. Häufig schwellen die Schleimhäute an, Hals, Nase und Augen jucken, oder die Haut juckt unerträglich und schuppt sich. Durchfälle und Bauchkrämpfe können einem das Leben erschweren. Allergiker fühlen sich oft müde und schlapp; kein Wunder, der Körper hat schließlich genug mit seinem überschießenden Immunsystem zu tun.

Ein naturheilkundlich arbeitender Therapeut erstellt seine Diagnose mit Hilfe von kinesiologischen Tests, Elektroakupunktur oder Bioresonanztests. Kennt man dann die allergieauslösenden Stoffe, kann man sie eventuell meiden. Die Therapie erfolgt dann mit homöopathischen Mitteln, mit Phytotherapie und mit Bioresonanz.

Wie kommt es zu einer Allergie

Becker macht dafür eine gestörte Darmflora verantwortlich. 75% unseres Immunsystems befinden sich im Darm! Ist diese Schutzbarriere gestört, arbeitet auch unser Immunsystem nicht zuverlässig. Die Folge: Eigentlich harmlose Stoffe werden als Fremdkörper eingestuft und bekämpft. Fehlernährung, Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln, Schadstoffe und Elektrosmog wirken sich besonders negativ auf die Darmgesundheit aus. Stress, Hektik, Medikamente (v.a. Antibiotika) und Bewegungsmangel stehen ebenfalls auf Beckers Negativliste.

Vom dauerhaften Verzehr wird abgeraten

Unserer modernen Ernährung fehlen die Ballaststoffe, dafür nehmen wir zu viel Zucker zu uns. Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten keine Vitalstoffe sondern vor allem leere Kalorien. Viele mitgebrachte Produkte verdeutlichten Beckers Aussagen. Durch sogenannte Säurebildner werden unserem Körper wichtige Mineralstoffe entzogen, um eben diese Säuren zu neutralisieren. Ganz anders verhält es sich mit den meisten pflanzlichen Lebensmitteln. Sie versorgen uns mit den lebenswichtigen Mineralstoffen. Deshalb sollte auf unserem Speiseplan an erster Stelle Obst und Gemüse stehen.

Natürlich kann jeder selbst etwas für seine Gesundheit tun! Beckers Tipps: "Fördern Sie einen gesunden Darm. Ernähren sie sich vielseitig, vitalstoffreich und ballaststoffreich. Meiden Sie Farb-, Konservierungs- und Süßstoffe, Geschmacksverstärker, Verdickungs- und Säuerungsmittel. Trinken sie viel Wasser und unterstützen damit die Nieren. Saunagänge helfen der Haut bei ihrer Entgiftungsarbeit und Spaziergänge tun nicht nur unserer Lunge gut. "



Heilpraktikerin Kerstin Becker

Bericht zum Vortrag am 19.04.2017, 19:30 Uhr

Referentin: Dr. Alexandra Nadig, Tierärztin
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Heilpflanzen für Haustiere - Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen!

Tiere in der freien Wildbahn machen es uns schon immer vor, wie es geht sich selbst zu helfen. Sie wissen welche Pflanzen heilen und sie verhalten sich dabei ganz intuitiv. So wälzen sich Schafe und Hirsche bei Hautverletzungen in wundheilfördernden Pflanzen wie Schafgarbe und Moos oder Feldhasen fressen besonders reichhaltige Wildkräuter um Parasiten fernzuhalten.

Die Tierärztin Dr. med. vet. Alexandra Nadig aus Lorch berichtete bei ihrem Vortrag beim Freundeskreis Naturheilkunde in Mutlangen sehr überzeugend von ihrer täglichen Arbeit mit Heilpflanzen bei der Behandlung von erkrankten Haustieren. Zur Einstimmung gab die Referentin zunächst einen Überblick über die Geschichte der Phytotherapie, aber auch über den Stand in der heutigen Zeit. Und sie machte deutlich, dass auch viele pharmazeutische Heilmittel ihren Ursprung in der Heilpflanzenkunde haben!

Doch was bedeutet Phytotherapie überhaupt? Zunächst beschrieb sie die Behandlung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen mit Pflanzen oder Pflanzenteilen wie Blatt, Blüte, Wurzel, Frucht oder Samen und deren Zubereitungen. Das Wirkungsfeld ist sehr breit, die Pflanzen können als Einzeltherapie, Begleittherapie oder zur Vorbeugung eingesetzt werden. Phytotherapeutika sind Arzneimittel, die ausschließlich oder überwiegend aus pflanzlichen Bestandteilen bestehen. Es gibt sie als Heilpflanzentees, Kräuter, Tinkturen, Tabletten, Salben und vieles mehr. Pflanzliche Präparate haben oft weniger Nebenwirkungen als synthetische Medikamente.

Die Phytotherapie ist sehr verträglich, wirkungsvoll und verfolgt als ein Teil der Naturheilkunde einen ganzheitlichen Ansatz. Wichtig ist für die Behandlung ist eine fundierte Ausbildung und langjährige Erfahrung der Therapeuten. Einige Mittel kann man sogar selbst herstellen. Zum Beispiel ist der Sud aus gekochten Walnussblättern ein Wundermittel bei Hautwunden wie z.B. den Hot-Spots bei Hunden. Die Wunde mehrmals täglich mit dem Sud behandeln und man kann zusehen wie sich der Zustand jeden Tag deutlich verbessert.

In der heutigen Zeit sind die Tierbesitzer vielen Fragen ausgesetzt, bei denen meist Ängste im Blickpunkt stehen. So verunsichern zum Beispiel Themen wie Fuchsbandwurm, Zeckenbiss oder Erkrankungen wie Staupe die Tierliebhaber zunehmend. Wie kann ich mein Tier schützen, mache ich genug oder was kann ich überhaupt tun? Dr. Nadig konnte durch ihre Erläuterungen viel Unsicherheit und Sorgen nehmen und die Zuhörer wieder ermutigen mehr auf die Natur zu vertrauen und nicht in Panik zu verfallen. Tiere reagieren, ebenso wie die Menschen, sehr gut auf pflanzliche Wirkstoffe. Die Heilpflanzenkunde bietet bei der Erkrankung von Tieren eine wichtige und gute Ergänzung zur synthetischen Medizin.

Im Zeitalter der vielen Resistenzen ist auch das Vorbeugen von Infektionen ein wichtiger Ansatz. Kommt es dennoch zur Infektion, ist die Behandlung verschiedener Erreger mit vielen unterschiedlichen und vor allem individueller Phytotherapeutika möglich. Dr. Nadig konnte sehr eindrucksvolle Beispiele von Behandlungserfolgen aufzählen. Zum Beispiel gibt es für Leber und Niere in der klassischen synthetischen Medizin kaum ein Mittel zu Behandlung, in der Phytotherapie gibt es verschiedene sehr wirksame Mittel. Auch bei der chronischen Schmerztherapie findet die Heilpflanzenkunde ihren festen Platz. Ebenso ist der begleitende Einsatz bei einer Herzerkrankung oder anderen internistischen Erkrankungen möglich.

Am Schluss des Vortrags gab es auch sehr viele hilfreiche praktische Tipps für zu Hause. Aber Vorsicht, es gibt einige tierartliche Besonderheiten die zu beachten sind. So kann zum Beispiel die Katze keine Gerbstoffe in der Leber abbauen und es besteht die Gefahr einer Vergiftung. Vor jeder Behandlung sollte man sich deshalb immer gut informieren.



Dr. med. vet. Alexandra Nadig

Bericht zum Vortrag am 21.03.2018, 19:30 Uhr

Referentin: Maria Süß
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Was uns die Zehen verraten

Die weite Anreise aus Ingolstadt hatte sich gelohnt: Der Vortrag von Maria Süß zum Thema Zehenanalyse beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde war mit 130 Interessierten sehr gut besucht. Als Fußpflegerin und Podologin hat Süß schon viele unterschiedliche Füße in ihren Händen gehalten. Vor einigen Jahren lernte sie die Methode des Zehenlesens kennen. Menschen an ihren Zehen einzuschätzen, ihre Fähigkeiten und Neigungen zu erkennen - davon ist Süß seither fasziniert. Nach der Theorie der Zehenanalyse steht nämlich jeder Zeh für bestimmte Wesensmerkmale und offenbart durch seine Form charakterliche Stärken und Schwächen.

Als Beispiel sei der Großzeh am rechten Fuß genannt. Er wird als Kommunikationszeh bezeichnet. Er steht für alles Rationale, für Logik, Vernunft und Wissen, also "männliche" Eigenschaften. Ein kräftiger Zeh deutet auf eine ausdrucksstarke Person hin. So jemand kann sich wortgewandt laut und deutlich äußern. Süß meinte, dass diese Person sogar lauter niest, hustet und lacht als ein Mensch mit einem verhältnismäßig kleinen großen Zeh. Eine runde Zehenform deutet ihrer Meinung nach auf einen diplomatischen Menschen hin, der mit seinen Äußerungen niemanden verletzen will. Bei einem eckig geformten Zeh ist das Gegenteil der Fall: Seine Äußerungen sind ehrlich und direkt. Er kann damit durchaus anecken und er pfeift auf die Meinung der anderen. Ist der rechte große Zeh wie ein Flaschenhals geformt, wird die Person immer wieder von Selbstzweifeln geplagt und erscheint häufig unsicher.

Auch der Nagel gibt Auskunft über Wesensmerkmale. Der geborene Lehrer hat einen großen Nagel, denn ihm fällt es leicht Wissen zu vermitteln. Zuhören ist nicht seine Stärke. Man muss schon sehr deutlich werden, damit er Botschaften aufnehmen kann. Bei einem kleinen Nagel ist der Schutz gegen außen klein ausgefallen. Dieser Mensch kann gut zuhören. Er lässt sich aber schneller beeinflussen und reagiert sehr viel empfindlicher auf das Gehörte.

Heftige Emotionen, positive und negative Ereignisse, verursachen Querrillen auf den Nägeln. Für viele Zuhörer war es interessant zu hören, was Süß zum Hallux valgus zu sagen hatte. Ein Mensch, der dieses Problem am Großzehenballen hat, kann nicht Nein sagen. Er verbiegt sich regelrecht um es anderen Menschen recht zu machen und stellt seine Bedürfnisse hinten an.

Im Lauf ihres Vortrags ging Süß auf alle anderen Zehen ein. Sprach dann von Rückblick-, Eil-, Dreh- Spatel- und Hammerzeh, feingliedrigen Zehen, kurzen und langen Zehen, Garagen- und Rollnägeln, Hühneraugen und Hornhaut. Spätestens jetzt war so mancher Zuhörer versucht seine Schuhe und Strümpfe auszuziehen und seine Zehen genauer zu betrachten.

Aus dem Zusammenspiel aller Merkmale kann Süß Rückschlüsse auf die Charakterzüge eines Menschen ziehen. Eine Zehenanalyse ist zum Beispiel hilfreich, wenn es bei Kindern um die schulische Laufbahn geht. Für welchen Schultyp soll man sich entscheiden, oder welcher Beruf ist der richtige fürs Kind. Überfordert man es mit zu hohen Erwartungen oder steckt es diese locker weg. Ist es emotional in der Lage einen sozialen Beruf auszuüben oder nimmt es das Leiden anderer zu sehr mit. Oder kann es zu wenig Empathie empfinden und kümmert sich lieber akribisch um Buchhaltung. Man kann eben nicht auf Dauer gegen seine Anlagen zufrieden und gesund leben.

Die Fußgesundheit liegt der Zehenanalytikerin besonders am Herzen. Durch unsere Schuhe haben die Zehen keine eigentliche Funktion mehr, sie sind nur noch Platzhalter, die Muskeln verkümmern und die Sehnen verkürzen. Süß rät mehr barfuß zu laufen. Ein einfaches Mittel Zehen zu stärken ist auch ein Fußbad in einer Wanne voller Kieselsteine. Je beweglicher unsere Zehen bleiben, umso beweglicher bleibt der Geist. Sie sieht diese These bei alten Menschen bestätigt, wenn sie deren Füße regelmäßig massiert und mit dem Igelball bearbeitet. Wir können durch die Stimulation der Nervenbahnen in den Fußsohlen eine Verbesserung für den ganzen Körper erreichen.

Füße verändern sich ständig. Wir sollten ihnen viel mehr Aufmerksamkeit schenken und darauf achten, dass es ihnen gut geht. Denn Fußgesundheit steht in unmittelbarem Zusammenhang mit unserem Denken, unserer Psyche und unserem Verhalten.

PS: Maria Süß hat ein Buch über die Zehenanalyse geschrieben. Der Freundeskreis hat dieses Buch für die Katholische Öffentliche Bücherei Mutlangen angeschafft. Gerne kann es dort ausgeliehen werden.



Maria Süß Podologin, Zehenanalytikerin und Buchautorin

Bericht zum Vortrag am 22.02.2018, 19:30 Uhr

Referentin: Peter Emmrich
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Knospenmedizin – Kraftpakete aus der Natur

Peter Emmrich, Allgemeinarzt in Pforzheim, Dipl. Biologe und Chemiker ist kein Unbekannter beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde. Sein inzwischen vierter Vortrag beim Freundeskreis brachte den Zuhörern die Knospenmedizin näher. Unterhaltsam und sehr informativ - das zeichnet Emmrichs Vorträge aus.

Die sogenannte Gemmotherapie geht zurück auf den belgischen Arzt Dr. med. Pol Henry. In Deutschland ist sie noch wenig verbreitet. Dabei hat Emmrich in seiner Praxis sehr gute Erfahrungen mit dieser Therapieform gemacht. Gerne kombiniert er Knospenmedizin mit Schüßlersalzen.

Pflanzenknospen (lat. Gemma) sind richtige Kraftpakete. Sie sorgen dafür, dass im Frühjahr aus oft winzigen Knospen neue Triebe oder Blüten hervorsprießen. Ihre wertvollen Inhaltsstoffe braucht die Pflanze für eine gesunde Entwicklung. Auch beim Menschen entfalten Gemmotherapeutika ihre Heilkraft. Sie regen das Immunsystem an und helfen dem Körper schneller gesund zu werden. Sie fördern die Ausleitung von krankmachenden Stoffen und haben eine entgiftende Wirkung.

Frisches Knospenmaterial wird mit Ethanol, Glyzerin und Wasser gemischt. Nach etwa 3 Wochen haben sich die wertvollen Inhaltsstoffe aus den Knospen heraus gelöst und sind nun in die Flüssigkeit übergegangen. Diesen Vorgang nennt man ausziehen oder mazerieren. Das Mazerat wird gefiltert und verdünnt. Danach steht es als Medizin zur Verfügung.

Es gibt Einzelpräparate von zwanzig verschiedenen Pflanzen. Schwarze Johannisbeere, Mammutbaum, Walnuss, Olivenbaum, Himbeere, Heckenrose, Preiselbeere, Heidelbeere, Weinrebe, Silberlinde, Feigenbaum, Wacholder, Rosmarin, Esskastanie, Wolliger Schneeball, Edeltanne, Stieleiche, Haselstrauch, Esche und Silberbirke -Emmrich stellte sie alle vor und fügte immer ein Fallbeispiel aus seiner Praxis an.

Dabei wurden die unterschiedlichsten Krankheitsbilder angesprochen. Die Dosierung unterscheidet zwischen akuten und chronischen Beschwerden. Ähnlich wie in der Homöopathie nimmt man bei akuten Beschwerden stündlich über wenige Tage das passende Präparat ein. Zur Behandlung von chronischen Krankheiten kann eine monatelange Einnahme sinnvoll sein, dann reichen 2-3 Gaben täglich.

Gerade die chronischen Krankheiten nehmen zu und die Schulmedizin kommt an ihre Grenzen. Vielleicht ist die Knospenmedizin, zusammen mit Schüßlersalzen, ein relativ einfacher Weg um zumindest Linderung zu verschaffen. Denn wie Emmrich immer wieder betonte: "Wer macht die Heilung? Nicht die Himbeere, sondern der eigene Körper - man muss ihm nur den richtigen Impuls geben."

PS: Nach der Vielzahl an Informationen möchte bestimmt mancher Zuhörer das Gesagte nachlesen. In der Mutlanger katholischen Bücherei kann man Peter Emmrichs Buch "Das 1x1 der Knospenmedizin" gerne ausleihen.



Peter Emmrich Diplom-Biologe und Chemiker, Facharzt für Allgemeinmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie, Manuelle Medizin, Sportmedizin und Palliativmedizin sowie dem Abschluß „Biologische Medizin“ der WHO-Universität Mailand, Präsident des Europäischen Naturheilbundes

Bericht zum Vortrag am 18.01.2018, 19:30 Uhr

Referentin: Doris Rauskolb
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Der Königsweg ins Unterbewusste
Die Wirkung von Trance therapeutisch nutzen

Dem Thema Hypnose haftet nach wie vor ein verruchtes Image an. Etwas Mystisches geschieht und man ist dem Hypnotiseur willenlos ausgeliefert. Doch die klinische Hypnosetherapie hat damit ganz und gar nicht zu tun und grenzt sich entschieden von der sogenannten Showhypnose ab. Dies machte Doris Rauskolb, Hypnosetherapeutin aus Ellwangen, gleich zu Beginn ihres Vortrags beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde deutlich. Sie setzt Hypnose ausschließlich zu therapeutischen Zwecken ein. Hypnose ist das Werkzeug um in den tiefenentspannten Trancezustand zu kommen.

Kurze Trancezustände gehören eigentlich zu unserem Alltag. "Vor sich hin sinnieren", körperlich zwar anwesend, aber mit den Gedanken ganz wo anders zu sein - diesen Zustand kennt jeder von uns. Bei Kindern kann man das gut beobachten, wenn sie selbstvergessen einer Geschichte lauschen, oder vor dem Kasperletheater sitzen und ihre Umwelt völlig ausblenden. Mit Entspannungsübungen wie Meditation oder autogenes Training können wir diesen entspannten Zustand selbst gezielt erreichen. Ebenfalls gezielt arbeitet Werbung mit Bildern und Stimmungen, die uns über das Unbewusste erreichen und uns zum Kauf animieren sollen. Denn dann geht es uns genauso gut wie es uns die Werbung vorgaukelt! Längst wissen Politiker, Werbefachleute, geschulte Coachs: nur was sich auf der Gefühlsebene abspielt, erreicht unsere Aufmerksamkeit.

Rauskolb ging ausführlich auf die Rolle des Unbewussten ein. Wir können nur einen ganz kleinen Teil aller Eindrücke aus unserer Umwelt bewusst wahrnehmen. Der größte Teil aller Sinneseindrücke verbunden mit Emotionen landet im Unterbewusstsein. Hier wird wirklich alles gespeichert was uns im Leben begegnet. All das macht uns zum Individuum. Neunzig Prozent unserer Handlungen und Entscheidungen laufen unbewusst ab. Leider können unbewusste Erfahrungen auch krank machen. Häufig haben psychosomatische Erkrankungen hier ihren Ursprung. Hypnose dient zur gezielten Behandlung der Ursachen seelischer und dadurch bedingter körperlichen Leiden.

Dialogische Trance - einen Blick ins Unbewusste zu werfen gelingt nur in Trance. Der Therapeut hilft dem Klienten in eine hypnotische Trance zu gelangen. Die Bilder und Erinnerungen, die auftauchen, sind oft mit heftigen Gefühlen verbunden. "Der Patient selbst kommuniziert während der Therapie direkt mit seinem Unbewussten. Denn nur das eigene Unbewusstsein weiß, woher ein Problem kommt. Deshalb ist es auch das eigene Unbewusste, welches die Lösung kennt", lautet die Aussage von Rauskolb. Die Kontrolle darüber, welche dieser Ideen er annimmt und wie er sie nutzt, bleibt dabei völlig beim Klienten. In diesem tiefenentspannten Trancezustand bleibt der Patient wach. Er kann sich nach der Sitzung an das Gespräch zwischen ihm und dem Therapeuten erinnern.

Die Hypnosetherapie erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Erfahrung und Intuition des Therapeuten. Wie eine Sitzung abläuft, ist immer vom Einzelfall abhängig. Der Behandler gibt mit seinen Fragen und Suggestionen Anstöße und bekommt Rückmeldung, zum Beispiel über den Gesichtsausdruck des Patienten oder anderen Reaktionen.

Anhand von zahlreichen Fallbeispielen machte Rauskolb deutlich, wie erfolgreich Hypnosetherapie auch bei langanhaltenden Problemen mit psychosomatischem Hintergrund sein kann. Oft kommen Patienten zu ihr, die schon eine lange erfolglose Odyssee durch viele Arztpraxen hinter sich haben. Der Kontakt mit dem eigenen Unterbewusstsein ist für viele eine völlig neue Erfahrung und setzt großes Vertrauen in die Therapie bzw. den Therapeuten voraus. Hypnose ist immer freiwillig. Denn: Ursachen zu finden und Probleme zu lösen funktioniert nur, wenn man dazu bereit ist!



Bericht zum Vortrag am 18.05.2017, 19:30 Uhr

Referentin: Hildegard Keimer
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Schon Gedanken verändern unsere Empfindungen

Kinesiologen betrachten den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. In Anlehnung an die chinesische Lehre von den Meridianen verstehen sie unseren Körper als Energiesystem, in dem Lebensenergie ungehindert fließen muss. Bei Blockaden stockt der Fluss, körperliche Beschwerden, Allergien, Ängste etc. sind die Folge.

Die Referentin Hildegard Keimer stellte praktische Übungen an den Beginn ihres Vortrags beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde. Sie wollte verdeutlichen, wie Kinesiologen mit dem Muskeltest arbeiten um Blockaden aufzuspüren und zu lösen.

Mit geschlossenen Augen, die Hände auf der Stirn und im Nacken, konnte jeder Zuhörer seine Gedanken auf eine unerfreuliche, belastende Situation lenken, und feststellen, dass diese Gedanken auch eine körperliche Reaktion auslösen - wir spannen unbewusst die Schultern an und vielleicht beschleunigt sich der Herzschlag. Lassen wir die Hände mit sanftem Druck in dieser festgelegten Position verweilen, lösen sich die negativen Gedanken merklich. Gefühle, Empfindungen wirken sich also auf die Muskelspannung aus und diese sind für Kinesiologen messbar bzw. fühlbar. Getestet wird häufig am ausgestreckten Arm des Patienten. Je nach Problem und Fragestellung sind Muskeltests auch an anderen Körperpartien sinnvoll.

Der Therapeut stellt Fragen und versucht dabei den Arm mit sanftem Druck nach unten zu bringen. Negative Gefühle und Gedanken gegenüber dieser Frage (oder auch Substanz) schwächen quasi für einen Moment den Muskel und er wird dem Druck des Therapeuten schnell nachgeben. Erfreuliches dagegen soll den Muskel stärken. Auf diese Art und Weise tritt der Kinesiologe in ein "Gespräch mit dem Körper". Während einer Sitzung kreist er das Problem regelrecht ein. Einerseits gilt es herauszufinden, wo das aktuelle Problem liegt, was den Körper, Geist oder die Seele stresst und andererseits, wie die Körperenergie wieder in Balance gebracht wird, Blockaden gelöst und Stress abgebaut wird (Methode nach Dr. Jimmy Scott, Health Kinesiologie). Der Therapeut bekommt über den Muskeltest auch Antwort auf die Frage nach der passenden Therapie.

Hilfe zur Selbsthilfe

Mit weiteren praktischen Übungen konnte Keimer zeigen, wie und wo die Hände aufgelegt werden um sich selbst bei Alltagsproblemen zu helfen. Gerne greifen auch Lehrer auf bestimmte Übungen zurück um die Konzentration ihrer Schüler zu fördern oder Prüfungsängste zu mildern. Wissenschaftlich untermauert ist die Kinesiologie nicht, aber Schaden kann man mit kurzen Übungen sicher nicht anrichten.

Der belastete Organismus als überlaufendes Fass

Um die Rolle des Unterbewusstseins deutlich zu machen, verglich Keimer den Körper mit einem Fass. Lange Zeit kann dieses Fass (unser Organismus) viele Belastungen wie Stress, Toxine, Strahlung, Überarbeitung und Emotionen aufnehmen ohne Symptome zu zeigen. Ein kleiner Tropfen jedoch kann dieses Fass zum Überlaufen bringen. Das kann sich beim Einen als Rückenschmerzen, beim Anderen als Depression und beim Nächsten als Allergie zeigen. Wenn wir nur die akuten Symptome behandeln, werden wir nichts am vollen Fass ändern. Ziel ist es das Fass zumindest ein Stück weit zu leeren, um unseren Organismus wieder aufnahmefähig zu machen. Und dabei gilt es immer die emotionalen Wurzeln eines Problems aufzuspüren, die tief in unserem Unterbewusstsein verborgen sein können. Keimer‘s Rat lautete daher: Probleme nicht zu ignorieren, sondern anzugehen, denn alles was wir versuchen zu umgehen, schmälert unsere Lebensqualität. "Wagen wir frei zu werden und der zu sein, der wir sind und zu tun, was wir tun wollen."



Bericht zum Vortrag am 23.03.2017, 19:30 Uhr

Referentin: Sigrid Bellitto
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Effektive Mikroorganismen –
kleinste Lebewesen als Helfer für Mensch und Umwelt

Ohne Mikroorganismen wäre Leben nicht möglich. An dieser einfachen Tatsache lässt sich erkennen, wie wichtig diese kleinen Helfer für uns und unsere gesamte Umwelt sind. Wir sind ständig von Mikroorganismen umgeben, sie leben auf unserer Haut und in unserem Körper. Im Vortrag von Sigrid Bellitto beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde ging es um die Effektiven Mikroorganismen (EM). Sie ist überzeugt von der Wirkung dieser kleinsten Lebewesen und wendet die entsprechenden Produkte in ihrem Haushalt, Garten und bei der Tierhaltung an.

Mitte der 80er Jahre entwickelte Prof. Dr. Teruo Higa, japanischer Professor für Gartenbau, besonders wirkungsvolle Kulturen von Mikroorganismen (EM). Mit EM ist eine Mischung von über 80 verschiedenen Arten anaeroben und aeroben Mikroorganismen gelungen, die in einer ausgewogenen Symbiose leben. Die Urlösung besteht vor allem aus Milchsäurebakterien, Hefen, fermentierten Pilzen und phototrophen Bakterien. Die fertige Nährlösung (pH-Wert 3,5-3,8) wird mit Wasser verdünnt angewendet. Gleich zu Beginn der Veranstaltung verteilte die Referentin einen feinen Sprühnebel dieser EM- Lösung im Raum. Er sollte die Zuhörer durchatmen lassen und für eine harmonische Stimmung sorgen.

EM im Haushalt

Das EM das Raumklima verbessern soll, hatten die Zuhörer ja schon kennengelernt. Auch bei der Haus-Reinigung können EM-Produkte wirkungsvoll eingesetzt werden. Der probiotische Effekt sorgt dafür, dass die gereinigten Oberflächen nicht so schnell wieder verschmutzen und unangenehme Dinge wie Schimmel, Gerüche etc. lassen sich auf ökologische Weise beseitigen. Krankmachende Keime und Fäulnisprozesse werden unterbunden. Daher rät Bellitto auch zum Einsatz von sogenannten "pipes" in Geschirrspülmachine und Waschmaschine. Diese "pipes" sind kleine Keramikteilchen, die dauerhaft mit EM behandelt wurden. Sie sollen auch der Wasserbelebung dienen, wenn man sie im Wasserkocher oder Wasserkrug belässt.

EM für Garten und Landwirtschaft

Voraussetzung für gesunde Pflanzen ist ein gesunder Boden. Behandelt man Böden regelmäßig mit EM, stärkt das die angebauten Pflanzen/Früchte; sie bilden kräftige Wurzeln, können Nährstoffe besser aufnehmen und sind weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Dazu kann man auch die Pflanzen selbst mit EM übersprühen (Tomaten, Weinreben etc.) um sie widerstandsfähiger zu machen. Mit EM kann man somit Spritzmittel- und Kunstdüngergaben zumindest reduzieren. In der Tierhaltung hat sich EM wohl ebenfalls bewehrt.

Bokashi - fermentiertes organisches Material

Ein Schwerpunkt des Vortrags war die Herstellung eines speziellen Komposts (Bokashi) mit Hilfe von EM-Kulturen. Dabei laufen ähnliche Prozesse ab, die wir seit Jahrhunderten nutzen um Sauerkraut, Joghurt, Bier oder Wein herzustellen. Alle organischen Abfälle, die im Haushalt anfallen, werden gesammelt und in einem luftdichten Eimer fermentiert. Es entstehen keine unerwünschten Faulgase und keine Schimmelpilze. Daher kann man diesen Komposteimer auch auf dem Balkon oder der Terrasse stehen lassen. Ist der Kompost nach ca. 14 Tagen fertig, arbeitet man das wertvolle Material in den Boden ein und gießt kräftig an. Nach zwei Wochen kann man mit dem Aussäen oder Anpflanzen beginnen. Die Wartezeit ist notwendig, da das ausgebrachte Bokashi den Boden zunächst sauer macht. Innerhalb weniger Wochen haben die Bodenlebewesen das Bokashi völlig umgesetzt, entwickeln sich nun munter weiter und sorgen für einen fruchtbaren Boden.
Auch in Ländern der Dritten Welt wurden schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Hier geht es meist um die hygienische Abfallentsorgung von organischem Material. Die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit dank Bokashi ist ein weiterer wertvoller Aspekt.

Nachdem sich Harald Welzel, der Vorsitzender des Freundeskreises Naturheilkunde, bei Frau Bellitto für die vielen Informationen bedankt hatte, wies er die Besucher darauf hin, dass der für den 27. April geplante Vortrag leider entfällt.



Bericht zum Vortrag am 23.02.2017, 19:30 Uhr

Referent: Helmuth Koch
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Die Arbeit beginnt stets mit einer Beinlängenkorrektur

Der Heilpraktiker Helmuth Koch referierte beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde über das Thema "Rückenschmerzen müssen nicht sein: Selbsthilfe mit der Dorn-Methode." Koch ist ein Mitbegründer der Dorn-Methode, bildet selbst Therapeuten aus und hat mehrere Fachbücher veröffentlicht. Also ein Therapeut, der weiß wovon er spricht. Und dazu ein Therapeut, der seinen Vortrag sehr informativ und kurzweilig gestaltete.

Wahrscheinlich waren unter den vielen Zuhörern nur wenige, die nicht selbst schon einmal von Rückenschmerzen geplagt wurden oder gar ständig Probleme mit dem Rücken haben. Die Dorn-Methode ist eine manuelle Behandlung zur Linderung und Heilung von Rücken- oder Gelenksproblemen. Sie ist einfach in der Anwendung, weitgehend ungefährlich und dennoch wirksam. Entwickelt wurde sie vom Allgäuer Sägewerksbesitzer und Landwirt Dieter Dorn in den 70er-Jahren.

Es sprach sich schnell herum, dass es da einen Bauern gibt, der Schmerzen am Bewegungsapparat nur mit seinen Händen behandelt. Oft sind es nur leichte Verschiebungen der Wirbel und Gelenke die zu einem Beckenschiefstand führen. In der Folge kommt es zu örtlichen oder ausstrahlenden Schmerzen. Und dabei ist unser Skelett doch völlig symmetrisch aufgebaut. Deshalb beginnt der Dorn-Therapeut seine Arbeit immer mit der Beinlängenkorrektur.

Koch zeigte anschaulich wie er dabei vorgeht. Die Korrektur geschieht immer in Bewegung, nie in Ruhestellung des betroffenen Gelenks. Unter Pendelbewegungen der Beine oder Arme, je nach Gelenk, wird die Fehlstellung ausgeglichen. Da sich Muskeln und Bänder aber erst wieder an die richtige Stellung der Gelenke anpassen müssen, kann es sein, dass die Wirbel und Gelenke immer wieder in ihre Fehlstellung zurückgleiten. Deshalb ist es wichtig die entsprechenden Übungen regelmäßig selbst durchzuführen.

Der Therapeut arbeitete sich anschließend an der Wirbelsäule bis zum Hals nach oben. Beide Daumen gleiten entlang der Dornfortsätze am Rücken hoch und erfühlen dabei ob es Abweichungen von der idealen Position gibt. Mit gefühlvollem Druck werden die Wirbel wieder in die richtige Position gebracht. Auch hier kann der Therapeut nur korrigieren, wenn der Patient mit einem Bein oder Arm pendelt. So werden Wirbel und Gelenke mit wenig Kraftaufwand in ihre Normalposition zurückgebracht.

Auch Organbeschwerden können durch verschobene Wirbel verursacht werden. Nach Dorn hat jeder Wirbel Bezug zu einem bestimmten Organ. Beispielsweise steht der 5. Brustwirbel für die Leber, aber auch für bestimmte Wesensmerkmale - hier ist es die Sorge um andere. Gelingt es die Sorge in positive Gedanken umzuwandeln, tun wir auch etwas für unsere Leber. Denn organische Leiden sind in der Regel mit psychischen Leiden verbunden. Ein Therapeut, der nach Dorn arbeitet, wird also nach der richtigen Position der entsprechenden Wirbel schauen, um das organische Problem zu lösen.

Koch zeigte im Anschluss an seinen Vortrag noch viele Möglichkeiten schmerzende Gelenke selbst zu behandeln. Natürlich sollte man die korrekten Griffe zunächst bei einem Fachmann erlernen, dann aber steht einer Selbstbehandlung nichts mehr im Wege.



Helmuth Koch Heilpraktiker, Fachbuchautor, Therapeut, Ausbilder und Mitbegründer der Dorn-Methode

Bericht zum Vortrag am 19.01.2017, 19:30 Uhr

Referent: Karl Holpp, ärztlich gepr. Präventologe und Burnout-Gutachter
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Es spielt keine Rolle woher der Wind weht -
man muss nur die Segel richtig setzen

Der Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde hatte zu einem Vortrag mit dem Thema "Burnout - nicht mit mir" in den Konferenzsaal des Stauferklinikums eingeladen und viele Interessierte waren gekommen um den Ausführungen des erfahrenen Referenten zu folgen. Karl Holpp ist ärztlich geprüfter Präventologe und Burnout-Gutachter. Er sucht vor allem in Betrieben das Gespräch mit den Beschäftigten um sie für das Thema Burnout zu sensibilisieren und Probleme rechtzeitig zu erkennen. Er ist kein Therapeut, sondern betreibt Gesundheitsvorsorge, damit es gar nicht erst zu einem Burnout kommt. Inzwischen ist die Zahl der Krankmeldungen, die auf eine psychische Belastung zurückgehen, auf einem erschreckend hohen Niveau. Der erste Krankheitsanstieg ging einher mit der Zunahme der Computerarbeit in den Betrieben. Die zweite große Welle wurde wohl durch den ungebremsten Einsatz von Mobiltelefonen (Smartphones) mit verursacht. Wohl für alle Zuhörer eine erschreckende Nachricht, zumindest eine Nachricht, die zu denken gibt.

In der Öffentlichkeit wird der Begriff Burnout oft wenig differenziert benutzt. Viel Arbeit bedeutet nicht immer Stress und führt nicht automatisch zum Burnout. Es gilt zu erkennen, wann Stress krank macht und wie es dazu kommt, dass sich Menschen regelrecht ausgebrannt fühlen. Bei Stress läuft in unserem Körper eine Kettenreaktion ab, an der viele Organe beteiligt sind. Alles ist darauf ausgerichtet hellwach zu bleiben und Leistung zu erbringen. Ist die Stresssituation überstanden, können wir kräftig durchatmen und wieder entspannen.

Und genau hier liegt das Problem: Wenn wir es nicht mehr schaffen runterzukommen, immer unter Anspannung stehen, macht uns Stress langfristig krank. Ausführlich beschrieb Holpp die Entwicklung bis zur völligen körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung. Angefangen bei der Begeisterung für die Arbeit , dem großen Einsatz für den Job und wie dabei eigene Bedürfnisse immer weiter in den Hintergrund treten, bis es schließlich zu körperlichen Beschwerden kommt, die Arbeit immer schwerer von der Hand geht und sich Fehler einschleichen. Der Betroffene erkennt in diesem Zustand schon lange nicht mehr, dass er geradewegs auf eine Depression zusteuert. Deshalb brauchen wir Präventologen in den Betrieben und aufmerksame Partner, Freunde und Arbeitskollegen.

Kraftquellen zur Regeneration
- Freizeitaktivitäten und Hobbies müssen einen festen Platz im Terminkalender bekommen. Sie sind keine Zeitverschwendung! Es ist nicht entscheidend ob wir beim Tanzen, Wandern, Lesen, Radfahren oder Gartenarbeit Abstand zur Arbeit suchen, sondern dass wir mit Freude dabei sind.
- Kurze Pausen während des Tages sorgen für Entspannung am Arbeitsplatz.
- Sechs bis sieben Stunden Nachtschlaf braucht unser Körper um sich zu regenerieren.
- Bei Entspannungsübungen (Meditation, autogenes Training, Qigong...) können wir abschalten.
- Eine gesunde, ausgewogene Ernährung hält uns fit.
- Tun wir uns etwas Gutes, lassen wir uns zum Beispiel bei einer Massage verwöhnen.
- Achten wir auf mentale Hygiene. Das bedeutet, dass wir abends keine beruflichen Mails beantworten. Berufliche Kontakte in der Freizeit und während des Urlaubs sind tabu. Entspannung findet auch nicht vor dem Fernseher statt, sondern bei einem abendlichen Spaziergang.
- Der Umgang mit Freunden ist ganz wichtig und gibt uns Kraft.
- Verschwenden wir keine Energie für Dinge, die wir nicht ändern können.
- Machen wir uns bewusst, dass wir entscheiden können, ob wir den Tag mies gelaunt oder mit einer positiven Einstellung beginnen wollen, denn "Ich bin Herr meiner Stimmung - ich bin der Kapitän in meinem Leben!"



Bericht zum Vortrag am 10.11.16, 19:30 Uhr

Referent: Dr. Michael van de Loo
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Das Sonnenvitamin D lockt 200 Interessierte an

Eigentlich ein Wetter um es sich zuhause auf dem Sofa bequem zu machen, könnte man meinen. Und dennoch war der Konferenzraum des Stauferklinikums bis auf den letzten (Steh-)Platz gefüllt. Zu Gast beim Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde war der Gmünder Laborarzt Hans-Michael van de Loo. Im Vordergrund seines Vortrags stand Vitamin D; daneben ging es noch um Zink, Magnesium und Vitamin K.

Vitamin D sorgt für starke Knochen. Um 1900 litten 80% der Kinder an Rachitis, einer Verformung der Knochen, ausgelöst durch Vitamin D-Stoffwechselstörung oder eine mangelnde Calciumaufnahme. Vitamin D sorgt nicht nur für den Knochenaufbau im Kindesalter, es ist auch für die Erhaltung der Knochendichte bei Erwachsenen unerlässlich. Ein schwerer Mangel kann zu Osteomalazie (Knochenerweichung) führen. Typische Symptome sind Muskelschwäche und heftige Knochenschmerzen. Doch nicht nur unsere Knochen profitieren vom Sonnenvitamin. Es hat wohl auch einen Einfluss auf Autoimmunerkrankungen (Diabetes Typ I und II, multiple Sklerose, Morbus Crohn) und auf Krebserkrankungen. Vitamin D erleichtert unserem Immunsystem die Arbeit im Kampf gegen Infektionskrankheiten. Es senkt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und hemmt die schädliche Wirkung der AGE´s ("Zucker-Eiweiß-Ablagerungen"). Eine Unterversorgung mit Vitamin D während der Schwangerschaft kann zu erheblichen Komplikationen führen.

Das meiste Vitamin D bildet unser Körper selbst. Dazu benötigt er UV-Licht, z.B. Sonnenlicht. Mit Hilfe diese Lichts bildet er in der Haut aus dem körpereigenen Stoff Dehydrocholesterin das Vitamin D. Mit der Nahrung nehmen wir nur 10-20% Vitamin D auf. Es kommt nur in wenigen Lebensmitteln wie Fisch, Rinderleber, Eigelb, Pilze und Lebertran in bedeutenden Mengen vor. Leider ist in unseren Breiten die UV-B-Intensität fast immer unzureichend. Daraus folgt, dass ein Großteil der Mittel- und Nordeuropäer nicht den empfohlenen Vitamin D Spiegel im Blut (25 Hydroxy-Vit. D-Konzentration unter 50 nmol/l ) erreicht. Gegebenenfalls sollte man dann Vitamin D Präparate, auch hochdosiert, einnehmen. Eine Überdosierung ist eher unwahrscheinlich. Der Referent rät die Haut im Sommer täglich für 15-20 Minuten der Sonne auszusetzen. Einen Sonnenbrand sollte man aber unbedingt vermeiden. "Bewegen sie sich so oft wie möglich an der frischen Luft."

Zu bedenken gab der Laborarzt auch, dass es eine ganze Reihe von Arzneimitteln gibt, die unseren Vitamin-Spiegel negativ beeinflussen. Dazu zählen u.a. Antibiotika, Corticoide, Blutdrucksenker und Phytopharmaka (Johanniskraut). Kaffee und Cola wirken sich ebenfalls negativ aus.

Im weiteren Verlauf des Abends ging Dr. van de Loo auf den Zusammenhang der Vitamine K und D ein. Fehlen diese, führt das zu verringerter Knochendichte und zu einem erhöhten Risiko für Hüftfrakturen. Vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren kann ein Mangel große Probleme bereiten. Dr. van de Loo empfiehlt dann auch die Gabe von Östradiol.

Vitamin K1 ist hauptsächlich in grünem Blattgemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Spinat enthalten. In tierischen Lebensmitteln und Fetten findet man Vitamin K2. Gute Quellen sind gesäuerte Milchprodukte wie Käse und Joghurt und Sauerkraut.

Zink ist lebensnotwendig! Ausgeprägter Zinkmangel ist in westlichen Industrieländern bei Gesunden selten. Anders sieht es in Dritte-Welt-Ländern aus. Typische Zinkmangelerscheinungen sind eine gestörte Wundheilung, erhöhte Infektionsneigung und Wachstumsstörungen. Mit einer guten Zinkversorgung (Tabletten) lassen sich die verheerenden Durchfälle bei Kindern leicht stoppen. Wir nehmen in der Regel mit Fleischgerichten ausreichend Zink zu uns.

Magnesium ist für alle Biosyntheseprozesse nötig. Über 300 Enzyme sind magnesiumabhängig. Wir brauchen es zum Beispiel für reibungslose Muskelkontraktionen. Ein Magnesiummangel kann nicht nur Wadenkrämpfe auslösen sondern auch Herz-Rhythmusstörungen. Mit Haselnüsse, Walnüsse, Bohnen, Erbsen, Linsen, Weizenkleie, Haferflocken, Reis, Feigen, Rosinen und Aprikosen stehen uns genug leckere Lebensmittel zur Verfügung, die uns mit dem wichtigen Mineral versorgen.

Die detaillierten Fragen der vielen Besucher am Ende der Veranstaltung machten deutlich, dass mit dem Vitamin D wieder ein passendes Thema gewählt wurde. Mit einem Geschenk bedankte sich Harald Welzel, der Vorsitzende des Vereins, bei Dr. van de Loo für den interessanten und anspruchsvollen Vortrag.



Bericht zum Kinder-Ferienprogramm

Von geilen Zwiebeln und hübschen Trauben

Bei der letzten Hauptversammlung des Freundeskreises Naturheilkunde machte der Vorsitzende Harald Welzel den Vorschlag, sich am Mutlanger Kinder-Ferienprogramm zu beteiligen. An diesem Abend war auch Michael Neuhauser als Referent zu Gast und erklärte sich spontan bereit beim Ferienprogramm einen interessanten Vormittag zu gestalten. Da er auch Ernährungsberater ist, war das Thema schnell gefunden: Leckere Gerichte aus regionalen Zutaten.

Elf Kinder trafen sich auf dem kleinen Mutlanger Wochenmarkt um dort gemeinsam einzukaufen. Erst einmal galt es das angebotene Gemüse und Obst zu benennen und nachzufragen wo es angebaut wurde. Denn es sollten nur Zutaten aus unserer Region in den Einkaufskorb kommen. Durch die kurzen Transportwege vom Erzeuger zum Verbraucher kann das Obst reif geerntet werden und schmeckt somit einfach besser.

Nachhaltig einzukaufen bedeutet auch saisonal zu kaufen, also auf das zurück zu greifen, was gerade auf unseren Feldern und in den Gärtnereien wächst. Die Kinder staunten nicht schlecht wie groß das Angebot in dieser Jahreszeit ist. Mit einem Korb voller Karotten, Paprika, Tomaten, Radieschen, Salat, Gurken, Blumenkohl, Schnittlauch, Lauchzwiebeln und (geilen!) roten Zwiebeln machte sich die Schar auf, um in der Küche der Grundschule zu schnippeln, auszustechen, zu mischen und zu streichen.

Heraus kamen liebevoll verzierte Gärtnerbrote, kleine Canapees, Gemüsesticks und ein Kräuterdip. Die (hübschen!) Trauben, Birnen, Heidelbeeren und Nektarinen aus dem Remstal wurden zu Obstspießen und Obstquark verarbeitet. Nachdem die Tische zu einer großen Tafel zusammengestellt waren, machten sich die Kinder über die selbst hergestellten Speisen her. Es war interessant zu hören, dass es den jungen Leuten besonders gefallen hat gemeinsam am Tisch zu sitzen und gemeinsam zu essen. Wohl eine Erfahrung, die heute nicht mehr selbstverständlich ist.

Nach dem Genuss kamen das Aufräumen und der Abwasch an dem sich jeder beteiligen "durfte". Erst danach bildeten die Kinder einen Stuhlkreis um einer Geschichte zu lauschen. Zuvor konnte sich jeder seinen Lieblingsduft auf ein Tuch aufsprühen lassen. Michael Neuhauser hatte dazu die entsprechenden hochwertigen ätherischen Öle mitgebracht. Hoch im Kurs standen der Duft von Zitronen und Zitronenblüten. Zunächst konzentriert und zum Schluss völlig entspannt begaben sich die Kinder auf eine Duftreise, die die Phantasie der Kinder beflügelte und einen schönen, ruhigen Abschluss zu einer gelungenen Veranstaltung bildete.

Herzlichen Dank an Michael Neuhauser, der uns mit Geschick und großer Geduld die schwierigen Themen Nachhaltigkeit, Umgang mit Ressourcen und gesundes Essen kindgerecht und gleichzeitig lecker nahe brachte.





Bericht zum Vortrag am 16.06.16, 19:30 Uhr

Referent: Dr. med. Elmar Schuhmacher
Ort: Stauferklinikum, Konferenzsaal

Kneipp - mehr als nur Güsse und Wassertreten

Trotz des Europameisterschaftsspiel mit deutscher Beteiligung, fanden sich zahlreiche Zuhörer im Konferenzsaal des Stauferklinikums ein um dem Vortrag von Dr. med. Elmar Schumacher zu lauschen.

Gleich zu Anfang stellte Dr. Schumacher die Frage nach der Aktualität von Kneipp´schen Behandlungsmethoden. Und wie sich im Lauf des Abends herausstellte ist Kneipp aktueller denn je. Wir gehen heute ins Aquajogging oder besuchen einen Kurs für Life-Balance - moderne Begriffe für alte Therapieformen, die schon Kneipp kannte.

Sebastian Kneipp (1821 -1897) lebte und arbeitete als Priester im Kloster Wörishofen. Nach eigenen Erfahrungen mit Wasserkuren entwickelte er seine ganzheitlich ausgerichtete Therapieform. Sie basiert auf 5 Säulen: Ordnungs-, Wasser- und Pflanzentherapie, Bewegung und Ernährung.

Ordnungstherapie

Die erste und einfachste Regel: Maß halten in allen Lebensbereichen, damit unser Leben nicht aus den Fugen gerät. Manchmal ist es auch notwendig das gewohnte Leben neu zu ordnen um gelassener und ausgeglichener zu werden. Konzentration auf das Wesentliche hilft uns mit uns ins Reine zu kommen. Entspannungstechniken helfen überanstrengte Nerven zu stärken. Welche Form der Entspannung die Richtige ist, muss jeder selbst erkennen.

Hydrotherapie (Wasser-)

"Das Wasser ist mein bester Freund und wird es bleiben". Kurieren oder vorbeugen mit Wasser ist einfach und richtig angewandt eine sehr sichere Methode.

Der Kneipp Experte kennt etwa 120 verschiedene Wasseranwendungen. Dazu zählen Waschungen, Bäder, Güsse, Wassertreten, Bürstungen, Wickel und Auflagen. Milde bis kräftige Reize mit meist kaltem Wasser auf unterschiedliche Körperpartien regen den Blutkreislauf an, fördern den Stoffwechsel und stärken vor allem die Selbstheilungskräfte. Dr. Schumacher nannte mehrere Beispiele, die sich sehr bewährt haben und einfach anzuwenden sind. Ist zum Beispiel eine Erkältung im Anmarsch, hilft uns ein aufsteigendes Fußbad. Jeder kennt auch den Rat die morgendliche Dusche mit einem kalten Schauer abzuschließen. Danach ist man garantiert munter!

Phytotherapie (Pflanzen)

"Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen." Unter all den bekannten Heilkräutern favorisierte Kneipp den Bergwohlverleih (Arnica).

Bewegungstherapie

Egal ob spazieren gehen, wandern, Tautreten, im Garten arbeiten oder Holz hacken - alles, was man mit Freude macht erhöht die Lebenslust und unterstützt unsere Gesundheit.

Ernährungstherapie

"Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke." Deshalb gab es von Dr. Schumacher auch ganz konkrete Tipps: Reichlich trinken, viel Obst und Gemüse essen, Vollkorn- und Milchprodukte, wenig tierische Lebensmittel. Verzicht auf denaturierte Nahrungsmittel und Genussgifte meiden.

Inzwischen spricht man häufig vom individuellen Wohlfühlgewicht. Demnach ist auch gegen ein kleines "Bäuchle" nichts einzuwenden, wenn man sich gleichzeitig ausreichend bewegt und auf eine gesunde Ernährung achtet.

Wieder einmal ist es dem Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde gelungen mit Dr. Schumacher einen Referenten zu gewinnen, der kompetent und gleichzeitig kurzweilig informierte. Herzlichen Dank.

Übrigens: auch Dr. Schumacher hielt Maß - er beendete seinen Vortrag noch vor dem Anpfiff!



Bericht zum Vortrag am 17.03.2016, 19.30 Uhr

Referentin: Dr. Wolfgang May
Ort: Konferenzsaal, Stauferklinikum Mutlangen

Antikrebs-aktive Ernährung, fix & köstlich

Zu Ihrem kulinarischen Vortrag im Stauferklinikum in Mutlangen kann Dr. med. Susanne Bihlmaier nicht pünktlich starten, denn es strömen dreimal so viele Interessierte herein, wie erwartet. Gleich zu Beginn geht ein Schmunzeln durch den Saal, als sowohl ein Bluthochdruck-rotwangiger Steak-Esser auf der Leinwand erscheint, wie auch ein hageres Gemüse-Männchen. „Keine Angst, bei mir kriegt jeder sein Fett ab, bei mir gibt’s gesunden Genuss statt Diäten-Verdruss.“

Und sie stellt klar: „Eine Krebsdiät gibt es trotz anderslautender Meldungen nicht.Die Erklärung ist leider sehr einfach, aber wissenschaftlich fundiert: Die Krebszellen holen sich ihre Energie aus jedwelcher Speise immer zuerst. Was es jedoch gibt, ist aktuelles Wissen, wonach bestimmte Nahrungsmittel und bestimmte Ernährungsformen antikrebs-aktiv wirken“. Dazu will die Autorin des Bestsellers „Tomatenrot+Drachengrün“ Interesse und Appetit wecken. Ihrem Koch-und Gesundheitsbuch scheint das zu gelingen, denn mit seiner erfrischenden neuartigen Mischung aus Infos und Rezepten ist es bereits in der 5.Auflage.

Dr. Bihlmaier sorgt für viele Aha-Effekte und klärt Missverständnisse auf: „Die geschälten Getreidekörner, also die einfachen, weißen Kohlenhydrate wie Weißmehl und Zucker, ja, die präsentieren den Krebszellen die Energie auf dem silbernen Tablett. Das stimmt. Die vollwertigen, ballaststoffhaltigen Kohlenhydrate hingegen, also wie in Vollkornnudeln, Vollwertreis, die füttern die Immunzellen.“ Und damit Vollwert schmeckt, gibt es handfeste Tipps von der kochenden Naturärztin. Nach Ende des lebhaften Vortrages haben die Ernährungsberaterinnen der Klinik eine kleine Kostprobe aufgebaut und vor allem das Kalzium-spendende, knochenstärkende Sesamsalz überrascht mit nussiger Würze.

Rezept Gomasio, aus Tomatenrot+Drachengrün

10 Teile ungeschälten Sesam (z.B. 10 Esslöffel oder wahlweise 100g) und 1 Teil Salz (also 1 EL oder wahlweise 10g).

Sesam in einer Pfanne ohne Fett-Zusatz unter Wenden leicht anrösten, darf nicht braun werden.

Entnehmen und mit dem Salz zusammen vermörsern, z.B. in einem kräftigen Mixer oder einer elektrischen Kaffeemühle. In ein Schraubdeckelglas einfüllen und als gesunde, knochenstärkende und salzarme Alternative zum normalen Salzen einsetzen.



Bericht zum Vortrag am 18.02.2016, 19.30 Uhr

Referentin: Angelika Trump
Ort: Konferenzsaal, Stauferklinikum Mutlangen

"Gehabte Schmerzen hab´ ich gern"
(Wilhelm Busch)
Histamin Intoleranz - die unentdeckte Krankheit

Der Konferenzsaal des Stauferklinikums füllte sich bis auf den letzten Platz als der Freundeskreis Naturheilkunde zu einem Vortrag über Histamin Intoleranz (HIT) eingeladen hatte. Die Referentin, Frau Angelika Trump aus Schorndorf, weiß wovon sie redet, ist sie doch seit vielen Jahren selbst betroffen. Nach einer langen Leidenszeit wurde vor ca. sieben Jahren die Diagnose HIT bei ihr eher zufällig gestellt.



Angelika Trump Leiterin Selbsthilfegruppe Histaminintoleranz

Die Symptome können sehr vielfältig sein. Zu den Beschwerden im Magen-Darmbereich gehören beispielsweise schwere, blutige Durchfälle. Das Herz-Kreislaufsystem reagiert u.a. mit Herzrasen und Bluthochdruck. Es kann auch zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommen. Migräne, Schwindel, Schlafstörungen und ständige Müdigkeit können ebenfalls die Folge einer Histamin Intoleranz sein. Auch bei ständigem Jucken der Haut, Rötungen, Nesselausschlägen und chronisch entzündeten Augen sollte man einmal an HIT denken. Selbst das Hormonsystem kann in Mitleidenschaft gezogen werden; Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Frieren sind die Folge.

Da die Symptome und Beschwerden so vielfältig sind und auch bei anderen Erkrankungen auftreten, dauert es in der Regel lange bis die richtige Diagnose gestellt ist. Nachdem der Hausarzt andere Erkrankungen und Unverträglichkeiten ausgeschlossen hat, ist der Gastroenterologe der richtige Ansprechpartner. Ein Ernährungstagebuch hilft dem Patienten und dem Arzt auf die richtige Spur. Entsprechende Blutuntersuchungen geben dann die Gewissheit ob eine Histamin Intoleranz vorliegt.

Histamin

Histamine sind völlig natürliche Substanzen, sie sich in vielen Lebensmitteln befinden. Gleichzeitig werden sie auch im menschlichen Organismus selbst gebildet. Histamin erfüllt im Körper viele Aufgaben, v.a. als Botenstoff. Nachdem Histamin seine Aufgabe erfüllt hat, wird es normalerweise durch ein Enzym, die Diaminoxidas (DAO), abgebaut. Bei einem Mangel an DAO kann der Organismus das mit der Nahrung aufgenommene Histamin nicht ordnungsgemäß abbauen. Es kommt zu einem Histamin-Überschuss und die genannten Symptome treten auf.

Ursachen für HIT

Bis heute weiß man nicht genau, warum es zu einer Histamin-Intoleranz kommt. Genetische Ursachen sind eher selten. Eine häufige Ursache sind Krankheiten im Verdauungstrakt. Das Enzym DAO wird bevorzugt in den Zellen der Darmschleimhaut gebildet. Ist ihre Funktion gestört, z.B. nach der Einnahme von Antibiotika, ist es kein Wunder, dass auch die Bildung von DAO leidet. Hier hilft eine Darmsanierung. Eine Reihe von Medikamenten hemmen die DAO-Aktivität und erschweren somit den Histaminabbau.

Zu den sogenannten Histamin-Liberatoren gehören u.a. Kakao, Nüsse, Zitrusfrüchte, Erdbeeren Bananen, Ananas und Kiwis. Sie bringen wenig/kein eigenes Histamin mit, setzen aber das im Körper vorhandene Histamin frei.

Zu den histaminreichen Lebensmitteln zählen grundsätzlich alle Produkte, die durch Gärungs- und Fermentationsprozesse entstehen und Produkte, die zur Lagerung verändert werden. Dazu zählen Sauerkraut genauso wie Bier, Salami, Rauchfleisch und Rotwein. Alle Konserven, gereifter Käse, Hülsenfrüchte, Innereien, Süßwasserfische und Hefegebäck müssen Menschen mit HIT von ihrem Speiseplan streichen. Auch aufgewärmtes Essen, Kaffee und Schwarztee werden nicht vertragen. Und selbst der gesunde Grüne Tee zieht heftige Probleme nach sich.

Kommt es doch einmal zu einer Überlastung hilft eine Ausleitungsdiät mit ausschließlich gedämpften Kartoffeln und Karotten. Auf Trumps Homepage findet man eine sogenannte Ampeltabelle. Hier sind die geeigneten Lebensmittel mit grün markiert, die rot gekennzeichneten müssen gemieden werden und die gelben werden vom Einen vertragen, dem Anderen machen sie Probleme.

Es gibt keine Medikamente für die Betroffenen und keine Therapie, die eine Histamin-Intoleranz aufhebt. Hilfe verspricht nur eine konsequente Ernährung, ausreichende Bewegung, eine gute Vitamin D-Versorgung, ausreichender Schlaf und viel trinken. Trump empfahl besonders Rooibuschtee. Für alle betroffenen Kaffeeliebhaber ein kleines Trostpflaster: Espresso wird i.d.R. gut vertragen!



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